Mount Fuji

Wenn man im richtigen Moment erwacht und dann diesen Ausblick hat: was für ein Glück kann man dann noch haben?

Drei hochoffiziöse Zollbeamte haben mich in Haneda mit Handy-Google-Übersetzer und einem japanischen Zollhandbuch ganz schön ins Schwitzen gebracht. Dabei hatten sie absolut recht. Ich bin auf dem Weg zum Eiheiji Tempel in Fukui, um dort mit dem Taikospieler Takuya Taniguchi eine Sequenz für meinen ARTE-Film zu drehen. Flug von Frankfurt nach Tokyo Haneda, dann weiter nach Komatsu! Alles prima, alles schön. Ich bringe mein eigenes Equipment mit, meine fantastische neue Kamera, und muss ein internationales Zolleinfuhrformular abstempeln lassen, das zuvor die Frankfurter Industrie- und Handelskammer, eine Zollbeamtin im Osthafen Frankfurt und mindestens vier deutsche Zollbeamte am Frankfurter Flughafen in der Hand hatten. Allein dieses Aufgebot an Personal lässt schon erahnen: wichtig!

Mein Carnet, so heisst das Formular, das aus grünen, gelben und weissen Seiten besteht, war ein bisschen falsch ausgefüllt. Das bemerkten die Beamten am Frankfurter Flughafen bereits und bereiteten mich sensibel vor, dass es in Haneda vielleicht eine kleine Irritation geben könnte. And so it was. Die junge Zollbeamte musste in ihrem dicken Buch nachschauen, um zu sehen, welche Farbe sie denn abzustempeln hat. Dazu holte sie einen älteren Kollegen per WalkiTalki, und ein anderer sehr smarter Kollege (handsome!) kam dazu. Der war der eigentliche Chef, wie sich dann herausstellte. Weil die Beamten kein Englisch und ich kein Japanisch konnte, hat er mit mir über Google Übersetzer kommuniziert. Das war ein Segen. Denn so weiss ich, dass ich unbedingt bei der Ausreise eine Visitenkarte vorzeigen soll und beim nächsten Mal das Carnet besser überprüfen möge. Hat er mir per Google Übersetzer mitteilen lassen. Fand ich gut, weil es wirklich geholfen hat!

Die Aktion war leider recht zeitaufwendig, so dass ich meine liebe Not hatte, das Terminal für die Domestic Flights zu erreichen. Man fährt dazu mit einem Bus etwa 20 Minuten über das Rollfeld, Brücken, Straßen und wird dann plötzlich irgendwo ausgespuckt und ist -magic- am richtigen Ort. Das ist nur schwer vorzustellen, und noch schwerer ist es, sich vorzustellen, wenn man vielleicht einmal einen Fehler gemacht hat und falsch ankommt. Dann kann man nicht improvisieren, sondern muss den gleichen Weg zurück und von vorn anfangen, also bisschen so wie beim Stricken: paar Reihen aufribbeln und nochmal machen.

In Komatsu angekommen lief jedenfalls alles prima. Die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel kostete exakt 12790Yen, so wie der Hotel-Concierge am Vortag per email prognostiziert hatte. Hach Japan!

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