Flummi am Stick… quieetsch

Kürzlich war ich mal wieder auswärts unterwegs und hatte einen Termin in der Alhambra, also nicht in DER Alhambra in Granada, sondern in der von Genf. Ist schon bisschen was her, war aber mindblowing.

Die Alhambra in Genf ist ein sehr schönes Theater. Naja, was ist nicht schön in Genf? Diese Stadt wirkt mit ihrem aufgeräumten Zentrum so, als würde da jemand früh morgens mit dem Staubsauger durchgehen, damit ja kein Krümel rumliegt. Genf sieht reich aus, ist reich. Für meinen Geschmack ist zu viel Cashmere in Genf. Ich fühlte mich innerlich auch leicht verdreht, auf diesen gestaubsaugten Straßen am See nahe der grotesken Riesenfontäne am Beau Rivage vorbeizuschlendern, weil ich nicht nicht an Uwe Barschel denken konnte, an seinen grauen Anzug und das Wasser um ihn herum.

Das Beau Rivage lag auf unserem Weg vom Hotel zur Alhambra. Hier haben wir ein Konzert von Eklekto gefilmt. Das ist ein ziemlich abgefahrenes Schweizer Percussionsensemble. Im Prinzip eine Art Ensemble Modern, nur nicht so berühmt und eben nur für Percussionisten, keine Streicher, keine Bläser oder so. Eklekto macht verrückte Sachen, bei denen man nicht genau weiß, ob das Musik, Performance, soziale Installation oder vielleicht doch auch Gruppentherapie ist.

Das Konzert haben wir für den ARTE-Trommelfilm gedreht, und weil ich hier nichts verraten will, erzähle ich ein bisschen was über eine Musik, die wir so nicht im Film zeigen werden: Ensemble für Becken und Flummi von Rioyi Ikeda. Der Titel ist von mir ausgedacht, bzw. er paraphrasiert, was da los war. Weiß gar nicht, wie das Werk wirklich heißt. Auf jeden Fall kann ich nur sagen: wann immer man was von Ikeda sehen oder hören kann, dann sollte man das un-be-dingt tun.

Hier hatten die Flummis eine gewisse Hauptrolle, weil man mit ihnen sehr schön rumquietschen kann auf dem Metall. Wenn man den Flummi allerdings so beherrscht wie Alex Babel und seine Musiker*innen, kommen Klänge angeschwebt und durch die Luft geeiert, dass man gar nicht genug davon bekommen kann.

Bitte nicht selbst probieren!

%d Bloggern gefällt das: