It must schwing

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Am liebsten sind mir Filme über ein Abstraktum, also über etwas, für das es keinen physischen Repräsentanten gibt, etwas, bei dem die Referenz (um einmal mit dem großen amerikanischen Sprachphilosophen Willard van Orman Quine zu sprechen) „opak“ ist. Sagen wir mal, so was wie „Empathie“ oder so was wie „liberal“.

Der Filmemacher Eric Friedler hat nun einen Film über ein Plattenlabel gemacht, das zwar physisch irgendwie repräsentiert ist in Form seiner Platten, aber genau genommen sind diese Platten ja auch nicht das „Label“, sie sind nicht die Firma, nicht der Geist, die Seele, die hinter den Platten stehen,  die sie hervorbringt, umschwingt, wie auch immer. Eric Friedler hat sich mit „Blue Note Records“ beschäftigt. Es ist das Label für Jazz. Aha, er hat also einen Musikfilm gemacht, könnte man meinen. Nee, eben nicht. Friedlers Film erzählt eine Geschichte, die eine recht ungeahnte Wendung nimmt, die mir wiederum extrem sympathisch ist. Es geht natürlich um Musik in dem Film, um erstklassigen Jazz, den es ohne Blue Note Records wohl in dieser Prominenz gar nicht gegeben hätte. Es geht aber vor allem um die gesellschaftliche Kraft von Musik, die ja als absolute Sprache keine Agenda, keine Intention haben kann, aber die eine Energie, eine Kraft hat, die mitunter größer ist als Worte.

Friedlers Film läuft am 9.12. in der ARD (spät), ab dann in der Mediathek. Heute gibt es in „ttt“ einen kleinen Beitrag von mir, in dem ich versucht habe, diesen wahrlich inhaltlich enzyklopädischen, formal absolut elegant gemachten Film, auf einen Punkt zu bringen, der mir am wichtigsten war. „ttt“ kommt um 23.05 Uhr. „It must schwing“ gleich im Anschluss. In der ARD.

 

 

 

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