Sommer. Wunderschön!

Es war ein schöner Sommer! Wir waren surfen, Kanu fahren und paddeln, wir waren campen, haben gegrillt und Steine gesammelt. Wir joggten die Elbe entlang bei Sonnenaufgang und saßen auf den Felsen von Vaison-la-Romaine, wo jeden Abend die Sonne hinter den Bergen eintaucht. Wir sind sogar geflogen (naja, mit der Drohne), haben uns dafür heimlich in die Provence verdrückt, schlugen uns den Bauch mit Macarons und Eclairs voll. Er war heiß und ruhig, dieser Sommer. Und ich fand ihn wunderschön.

Ein Sommer voller intensiver Begegnungen. So herzwärmend wie schon lange nicht mehr. Magdeburg, mon amour, das hätte ich nicht gedacht, dass Du Dich mit Deiner Johanniskirche, dem immer blauen Himmel und dem so frischen Wind so doll in mein Herz brennst. Und Dresden! Dresden wird mir auf Ewigkeit mit dem atemberaubenden Kosmos von Max Uhlig verbunden sein, in dieser alten Mühle kurz vor dem Wald, zu der ich mich im Auto hochgeschlängelt habe, um in diese Welt voller Striche zu gelangen, in dieses Labyrinth aus schwarzen Gitternetzen, mit denen Max Uhlig die Welt überzieht.

Es sind vier Jahre vergangen, seit ich mich das letzte Mal in diesem Labyrinth aus Ateliers verlaufen habe. Im Juni 2016 bin ich die Elbe entlang gefahren, bei schönstem Sonnenschein, die Schlösser zogen an mir vorüber. Ich habe mich prompt verfahren, durch die Verspätung einen schlechten Eindruck hinterlassen, aber eine der besten Zeiten überhaupt gehabt. Ich durfte in den Kopf eines Künstlers schauen. Max Uhlig, heute 83 Jahre, ist nicht auf Anhieb zugewandt. Weil ich aber einige Jahre für das Städelmuseum kleine Ausstellungsfilme fürs Internet produziert habe, weil ich in diesen Zeiten oft mit Max Hollein gesprochen habe, der mir sogar einmal schriftlich für einen Film gedankt hat, fasst auch Max Uhlig Vertrauen zu mir. Wir haben schon in den Wochen zuvor ganze Tage bei den Derix Glasstudios im hessischen Taunusstein verbracht. Er in der Malkabine, ich mit meiner Kamera. Stumm. Stundenlang. Der Maler hat dort an seinem größten Werk gearbeitet. Und das ist nun vollbracht. Ja, vollbracht.

Im Juli kommt mir das alles wie ein déj-vu vor. Voller Absicht wiederhole ich meine Reise von 2016 in kleinen Details: Sonnenschein, Elbaussicht und Hochschlängeln in den Wald. Ich zelebriere eine Begegnung, die mir wirklich wichtig ist. Wieder betrete ich das Atelier, und es ist, als sei die Zeit stehen geblieben. Die riesigen Leinwände, gestapelt, angelehnt, stehen noch genau so wie vor vier Jahren da. Die Bilder schauen mich an, ich kann mich an jedes einzelne erinnern und weiss genau, welches verrückt, verschoben wurde, wo es seinen Platz in diesem Kosmos hat. Es sind viele Bilder, Max Uhlig malt und zeichnet unentwegt. Ich finde, sein Oeuvre ist megaloman. Der Künstler macht keinen Unterschied zwischen dem Leben und der Kunst. Er zeichnet unentwegt, er muss. Er sieht die Welt so wie auf seinen Bildern, und diesen gestrichelten Blick, den nur er hat, muss er uns zeigen. Wenn ich über Max Uhlig spreche, habe ich oft etwas doof gesagt, dass man das für Krickelkrackel halten könnte, um denjenigen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die keinen Zugang zu dieser Art zu sehen haben. Es ist eine visuelle Lyrik. Es sind Momente, Fragmente aus Licht und Schatten, Ausschnitte aus dieser Welt, die in diese zeichnerische Lyrik transformiert werden.

Wenn Ihr Lust habt auf Bilder über diesen Atelierbesuch, dann schaut meinen neuesten Film „Aus Licht und Schatten. Max Uhlig – Fenster für die Johanniskirche in Magdeburg“, den ich hier weiter unten einmal verlinke. Ich zeige darin die Ideen- und Entstehungsgeschichte von Max Uhligs größtem Kunstwerk in der Johanniskirche zu Magdeburg. Maurice und ich haben diesen Film in diesem Sommer produziert. Das war natürlich auch ein Grund, warum dieser Sommer so schön war. Das ist übrigens mein erster Film unter meinem eigenen Label: cultchoc MEDIA. Kleiner, wackeliger Screenshot vom Abspann. Mehr davon erzähle ich demnächst.

UND HIER GEHT’S ZUM FILM

Aus Licht und Schatten. Max Uhlig – Fenster für die Johanniskirche in Magdeburg“

https://kuratoriumjohanniskirche.wordpress.com/herzlich-willkommen/film/

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