Woodstockstadt

Dass es knapp eine Dreiviertelstunde von Frankfurt entfernt seit über 30 Jahren ein Paradies für Blockflöten-Spezialisten gibt, ein Paradies, das alljährlich für drei Tage auf- und wieder abgebaut wird, wussten wir alle nicht.

Stockstadt am Rhein, recht hübsch gelegen im Naturschutzgebiet, aber auch ein ganz klein wenig ab vom Schuss, zieht seit Jahrzehnten Profimusiker und Blockflöten-Nerds an. Sie kommen aus den USA, aus Italien, aus der Schweiz, aus Skandinavien, ja sogar aus dem Iran. Wer was in Sachen Blockflöte auf sich hält, pilgert nach Stockstadt. Um Konzerte zu geben, um seine Blockflöten zu zeigen, um sie zu verkaufen, um alle mal im Vergleich anzuspielen. Das Besondere ist, das alles findet regelmäßig bei sengender Hitze in einer Mehrzweckhalle und in einer Turnhalle statt. Total unschick, schön normal. Frau Horst, ihr Mann war mal Bürgermeister von Stockstadt, kocht eine Gemüsesuppe, schmiert mit ein paar sehr sehr netten Damen Brötchen und schafft so ein Festivalflair, das wirklich einzigartig ist. Das Ganze wirkt ein bisschen privat, sehr familiär, unkommerziell und herzlich. 33 Jahren hat Wilhelm Becker das Festival zu dem gemacht, was es jetzt ist. Er hatte einfach die Idee, dass das klappen könnte.

Woodstockstadt hat die Blockflötistin Dorothee Oberlinger es darum auch genannt. Ja, passt!

Seit vergangenem Jahr ist Maurice Steger der künstlerische Leiter des Festivals. Herr Becker ist schon über 80, ihm geht es nicht mehr so gut, und Maurice hat das Festival übernommen zusammen mit Jo Kunath, der in Fulda Paetzold-Flöten baut und in alle Welt verschifft. Maurice hat uns wärmstens empfohlen, vorbeizuschauen, um ein paar Aufnahmen für den Film zu machen. Und wir haben es sehr genossen: die schöne Musik. Es gab Alte Musik vom Feinsten. Hille Perl war da und spielte. Zusammen mit Maurice! Was für ein Fest!

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